Neue Luftverkehrsordnung LuftVO / Kentnisnachweis

 

 


 

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Du mußt oder willst den Kentnisnachweis ablegen?

Kein Problem hier gehts nachfolgend zum Erlangen

des Nachweis.

 

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Das Rechtliche & Informationen:
 

 

 

Ab dem 7. April 2017 tritt mit Bekanntgabe im Bundesgesetzblatt (BGBl. Teil I Nr. 17 vom 6. April 2017) die „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten vom 30. März 2017“ in Kraft (Drohnen-Verordnung genannt). Den Verordnungstext finden Sie an der Stelle. Schon seit längerer Zeit hat das zuständige Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) an dieser Verordnung zum Betrieb von Flugmodellen und Flugdrohnen gearbeitet, die nunmehr nach Anhörung der Länder und Verbände sowie nach Zustimmung des Bundesrates verabschiedet wurde. Zur neuen Drohnen-Verordnung hat das BMVI einen Flyer als Überblick herausgegeben.

Entsprechend der Begründung zur Drohnen-Verordnung sind folgende wesentliche Punkte hervorzuheben:

  1. Flugmodelle und unbemannte Luftfahrtsysteme werden aufgrund der vergleichbaren Betriebsgefahr künftig im Wesentlichen gleich behandelt.
  2. Der Betrieb dieser unbemannten Fluggeräte mit einer Startmasse von mehr als fünf Kilogramm wird generell unter Erlaubnisvorbehalt gestellt.
  3. Für Steuerer jener Fluggeräte wird analog zur bemannten Luftfahrt eine angemessene Flugvorbereitung verlangt und klargestellt, dass die unbemannten Fluggeräte den bemannten Luftfahrzeugen auszuweichen haben.
  4. Es kommt zur Einführung:
  • einer Höhenbegrenzung für den Betrieb des Fluggerätes von 100 Metern über Grund oder Wasser. Ausgenommen davon ist der Betrieb mit Flugmodellen auf zugelassenen Modellfluggeländen oder, wenn der Steuerer eine Bescheinigung oder Fluglizenz hat.
  • einer Kennzeichnungspflicht für unbemannte Luftfahrtsysteme und Flugmodelle mit einer Startmasse von mehr als 0,25 Kilogramm.
  • einer Pflicht für Steuerer von unbemannten Fluggeräten mit einer Startmasse von mehr als 2 Kilogramm, die zur sicheren Durchführung des Betriebs notwendigen Kenntnisse durch Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung nachzuweisen. Das Erfordernis gilt nicht auf sogenannten Modellfluggeländen.
  • konkreter Maßnahmen, um die Nutzung unbemannter Luftfahrtsysteme zu liberalisieren,  z. B. durch Ermöglichung eines Betriebs mittels Videobrille und Erweiterung von Ausnahmemöglichkeiten von der 25-Kilogramm-Begrenzung.
  • von Verboten für besonders gefahrgeneigte Betriebsarten und für den Betrieb über besonders sensiblen Bereichen/Gebieten (s. § 21b Absatz 1 Luftverkehrs-Ordnung, LuftVO).

 

Die zuständigen Landesluftfahrtbehörden können von den vorgenannten Verboten und Einschränkungen Ausnahmen in begründeten Fällen zulassen.

Wir bitten alle Steuerer von diesen unbemannten Fluggeräten sich mit den neuen luftrechtlichen Vorschriften vertraut zu machen und sie einzuhalten, denn Verstöße können mit erheblichen Geldbußen geahndet werden.

 


Luftfahrt-Bundesamt (LBA) legt Form der Bescheinigung zum Kenntnisnachweis für Steuerer von unbemannten Fluggeräten fest und veröffentlicht die "Anerkannten Stellen"


Nach den neu­en Be­stim­mun­gen in der Luft­ver­kehrs-Ord­nung (Luft­VO; s. hier) für den Be­trieb von Flug­mo­del­len und un­be­mann­ten Luft­fahrt­sys­te­men (Droh­nen) mit ei­ner Start­mas­se von mehr als 2 kg muss der Steue­rer ab dem 1. Ok­to­ber 2017 ei­ne Be­schei­ni­gung zum Nach­weis aus­rei­chen­der Kennt­nis­se und Fer­tig­kei­ten von der zu­stän­di­gen Stel­le be­sit­zen (§ 21a Ab­satz 4 Satz 3 Nr. 2 Luft­VO). Das zu­stän­di­ge Luft­fahrt-Bun­des­amt (LBA) hat jetzt die Form die­ser Be­schei­ni­gung fest­ge­legt und in den Nach­rich­ten für Luft­fah­rer im Teil 2 be­kannt­ge­ge­ben (s. NfL 2-347-17).

 


 

Wer es genau wissen will: Rechtliches zum Kenntnisnachweis

 

Am 07. April 2017 ist die vom zuständigen Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) novellierte Luftverkehrsordnung (LuftVO) in Kraft getreten. Teil dieser „Verordnung zur Regelung des Betriebes von unbemannten Fluggeräten“ sind auch verschärfte Vorgaben für den Betrieb von privat genutzten Flugmodellen.

Unabhängig davon, ob es sich um ein Flächen-, Helikopter-, Gleitschirmflieger-, Fallschirmspringer- oder Raketenmodell, einen Modellballon oder einen Multicopter handelt, ist gemäß § 21a Abs. 4 LuftVO ab dem 01. Oktober 2017 außerhalb von Modellfluggeländen mit Aufstiegserlaubnis (AE) für das Steuern eines Flugmodells mit mehr als 2 Kilogramm Startmasse ein Kenntnisnachweis vorgeschrieben. Unabhängig vom Abfluggewicht des Flugmodells ist dieser Nachweis zudem die Voraussetzung dafür, um auch außerhalb von Modellfluggeländen mit AE in einer Flughöhe von mehr als 100 Meter über Grund fliegen zu dürfen. Eine Ausnahme bilden hierbei Drohnen/Multicopter, denn für diese gilt abseits von Modellfluggeländen mit AE und unabhängig vom Startgewicht des Modells auch für Inhaber eines Kenntnisnachweises eine ausnahmslose Flughöhenbegrenzung von 100 Meter.
Für Modellflugbetrieb auf Modellfluggeländen, für die eine AE erteilt wurde, ist bei Anwesenheit eines Flugleiters kein Kenntnisnachweis erforderlich.

Inhaber einer gültigen Lizenz als Luftfahrzeugführer benötigen keinen Kenntnisnachweis.
Unter „Erlaubnis als Luftfahrzeugführer“ ist zu verstehen:
die Lizenz für Luftfahrzeugführer gem. § 2 Abs. 1 Nr. 1 LuftPersV (Piloten von Flugzeugen, Hubschraubern, Segelflugzeugen, Ballonen und Luftschiffen oder
der Luftfahrerschein oder Ausweis gem. § 2 Abs. 1 Nr. 2 LuftPersV (beispielsweise Ultraleichtflugpiloten oder Gleitschirmflieger)

Personen, die einen gültigen UAS-Kenntnisnachweis oder einen Ausweis für Steuerer von Flugmodellen mit einem Startgewicht von 25 bis 150 Kilogramm besitzen, benötigen keinen zusätzlichen Kenntnisnachweis.

Gemäß § 21e Abs. 1 LuftVO ist der Deutsche Modellflieger Verband e.V. (DMFV) zur Ausstellung des Kenntnisnachweises ermächtigt, da es sich bei ihm um einen nach § 4a der Verordnung zur Beauftragung von Luftsportverbänden (BeauftrV) vom Bundesministerium für Verkehr beauftragten Luftsportverband handelt.

Mit der Einweisungsbescheinigung – so der verwaltungstechnisch korrekte Name des Kenntnisnachweises – wird dem Besitzer attestiert, Kenntnis über die Grundlagen der Anwendung und die Navigation von Flugmodellen, die einschlägigen rechtlichen Grundlagen und die örtliche Luftraumordnung zu haben. Die Gültigkeitsdauer des Kenntnisnachweises beträgt 5 Jahre. Gemäß der für den DMFV bindenden behördlichen Gebührenordnung kostet der Kenntnisnachweis 25,- Euro zuzüglich 7 Prozent Mehrwertsteuer, insgesamt also 26,75 Euro.

Bitte beachten Sie, dass der Bewerber gemäß § 21e Abs. 2 LuftVO  das 14. Lebensjahr vollendet haben muss, um einen Kenntnisnachweis erlangen zu können. Bei Minderjährigkeit ist die Zustimmung des gesetzlichen Vertreters nachzuweisen.

In der folgenden Einweisung wird regelmäßig der Begriff Flugmodelle verwendet. Dabei sind alle oben aufgeführten Kategorien von Flugmodellen inbegriffen. Sollte es für eine bestimmte Kategorie, wie beispielsweise Drohnen/Multicopter besondere Regeln geben, so wird ausdrücklich darauf hingewiesen.

Neben diesen allgemeinen Bestimmungen und Grundlagen sollten und müssen regelmäßig die besonderen Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt werden. Die Beschreibungen und Definitionen ergeben sich insbesondere aus den §§ 21 ff. Luftverkehrsordnung (LuftVO) sowie aus dem Luftverkehrsgesetz (LuftVG) und der Luftverkehr-Zulassungs-Ordnung (LuftVZO). Weitere relevante Vorschriften und Normen stammen aus der Verordnung über Luftfahrtpersonal (LuftPersV), der Verordnung zur Beauftragung von Luftsportverbänden (BeauftrV), der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 923/2012 (SERA), dem Grundgesetz (GG), dem Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie (KunstUrhG) und den Nachrichten für Luftfahrer (NfL) der Deutschen Flugsicherung (DFS).

Ein Verzeichnis aller Abkürzungen, die in dieser Unterweisung vorkommen, finden Sie hier: Abkürzungsverzeichnis